Der Zündverteiler – aus viel mach eins.

An den frühen Fahrzeugen ist ein mechanischer Zündverteiler mit feder belasteter Fliehkraftverstellung sowie einer von außen manuell verstellbaren Zündpunkteinstellung verbaut.

Eine Unterdruckverstellung sucht man jedoch vergebens.

Die manuelle Verstellung des Zündzeitpunktes um +/- 5° erfolgt über ein kleines Messingrädchen und hat den Zweck Motorklingeln infolge niederoktanigem Kraftstoff zu verhindern.

Konkret bedeutet das für den Fahrer: Wird der Wagen in hohem Gang bei vollständig geöffneter Drosselklappe in niedrigem Drehzahlbereich bewegt, dürfen keine klappernden bzw. klingelnden Verbrennungsgeräusche zu hören sein. Falls doch, ist der Zündzeitpunkt durch drehen an dem Messingrädchen zu verstellen.

Da es in unseren Breiten jedoch keine nennenswerten Schwankungen der Kraftstoffqualität gibt (Kraftstoffe müssen der DIN entsprechen) muss an dem Rädchen bei ansonsten korrekt eingestellter Zündung nichts verstellt werden.

Der vorhandene Zündverteiler arbeitete so einigermaßen, hatte aber immer wieder Probleme mit Zündaussetzern – das fiel mir schon auf, wurde jedoch aus Freude über die Neuanschaffung erstmal konsequent vernachlässigt. Nachdem ich jedoch mit dem Wagen nach einer kleinen Tour im wahrsten Sinne des Wortes vor der eigenen Haustüre liegen geblieben bin, war es nun doch Zeit zum Handeln.

Die vorhandene Mechanik war nicht mehr gut gangbar, und die Unterbrecherplatte samt Zündkontakt wurde früher mal nicht ganz fachmännisch montiert, was zu Schäden an den Gewinden in der Grundplatte führte.

Das war auch der Grund der Panne. Der Unterbrecherkontakt hatte sich im Verteiler gelöst, verdreht und war somit immer geöffnet.

Da sich viele der anderen Teile ebenfalls in keinem gutem Zustand mehr befanden, war ich froh dass ich zwei baugleiche Zündverteiler der alten Bauweise als Teilespender finden konnte.

Kaputt gehen am Verteiler üblicherweise die Lagerstellen der Hauptwelle sowie defekte Lagerbohrungen der beiden Fliehgewichte im Rotor sowie gelängte Zugfedern an den Fliehgewichten. Der Unterbrecherkontakt ist -genau wie der Kondensator ein Verschleißteil. Beides wird immer zusammen getauscht.

Links vor der Überarbeitung, rechts danach. Es wurde getauscht, gewaschen, gebürstet, gerieben und neu Brüniert.

Die manuelle Verstellung funktioniert jetzt wieder wie am ersten Tag. Die Probefahrten verliefen ohne Auffälligkeiten, Zündaussetzer habe ich nicht mehr bemerkt. Damit wird der Erststart nach der Winterpause doppelt Freude machen.



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