Fahrzeuge aus Ländern jenseits des früheren Eisernen Vorhangs fand ich immer schon höchst interessant. Das interessante daran ist z.B. der Grundgedanke zur Einfachheit und Reparierbarkeit dieser Fahrzeuge.
Als gelernter Mechaniker lernt man die Vorzüge einfacher, gut reparierbarer Mechanik schnell zu schätzen. In einer Welt aus immer kurzlebiger Elektronik kann beständige Mechanik daher auch ein wahrer Ruhepunkt werden.
Meine erster „echter“ Berührungspunkt mit Osttechnik in jungen Jahren war eine SIMSON S51B2 in grün. Mit so einem Moped (damals als Leihgabe einer Bekannten) durfte ich den Mopedführerschein machen. Die Liebe zu SIMSON ruhte zwar viele Jahre, doch heute darf ein Moped der Marke SIMSON Suhl im „Fuhrpark“ natürlich nicht fehlen!

Das Kleinkraftrad aus dem Jahr 1986 verfügt über einen 50cm2 Zweitaktmotor mit einer Leistung von 3,7PS (3KW). Meine „Waffe“ nennt sich S51N da die Firma Simson eigentlich das „VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann Suhl“ war.
Das N in der Modellbezeichnung steht für „Normal“ (-Ausstattung). Im Volksmund der damaligen DDR spöttisch jedoch eher für „Nichts“. Böse Zungen nannten dieses Modell auch „Bauern-“ oder „Ackermoped“ weil mit diesen einfachen Mopeds oft die Feldarbeiter der LPGs mit Brotzeiten versorgt wurden.
Geblinkt wird hier per Handzeichen, und wenn der Motor in der Nacht versagt wirds, mangels Batterie schnell recht dunkel… Eine Spezialität ist die Hupe, diese wird über Einwegbatterien (Babyzellen) mit Spannung versorgt und funktioniert solange die Batterien eben voll sind – so kann man wenigstens hupen wenn man schon nicht mehr gesehen wird.
Weil Mopeds in der DDR 60km/h schnell sein durften, und dies beim Übergang in die BRD erhalten blieb lässt sich das Moped auch heute noch sehr gut im Stadtverkehr und über Land bewegen.

Meine SIMSON habe ich komplett restauriert. Der Motor wurde gespalten und alles was verschlissen war wurde durch alte Neuteile ersetzt. Einzig die Patina der Olympiablau lackierten Teile ist unberührt.
Mich reizt, dass man die Fahrzeuge nicht einfach „nur“ fahren kann, sondern das sich Technik in Form von Mechanik erleben lässt. Zudem erweist sich „das alte Zeug“ immer wieder als höchst einsatzfreudig – etwas Pflege vorausgesetzt.

Ich bin nicht unbedingt der größte Freund teurer Klassiker. Zwar begeistern mich die „teuren“ Fahrzeuge auch,…

…interessanter finde ich jedoch „Alltagsautos„. Diese Fahrzeuge bewegten einst einen Großteil der Menschen. Familien wurden darin bewegt, Höhen und Tiefen eines Lebens überwunden, Urlaube erfahren und erlebt. Vielen galten die Fahrzeuge als Familienmitglieder, und ähnlich wie deren erste stolze Besitzer gingen die Fahrzeuge dann auch irgendwann den letzten Weg.
Die Anekdoten die einem manchmal auf Treffen erzählt werden, wie etwa Geschichten von Reisen z.B. nach Ungarn an den Plattensee mit Pannen oder wilden Reparaturen… Erzählt von Menschen die dass mit genau diesen Autos in vergangenen Zeiten selber „erfahren“ haben, und heute noch lebhaft mit einem Schmunzeln darüber berichten können – einfach legendär!
Insgesamt ist mein „Fahrzeugpark“ sehr Lada lastig.

Denn im Alltag fahre ich ebenfalls… richtig was sonst: Lada…

…und zwar einen Lada Taiga / 4×4 mit der Modellnummer 21214

Als Neuwagen gekauft im Jahr 2015.

Zu machen gibt es hier auch immer mal wieder was. Verschleiß und Korrosion zollen über die Zeit ihren Tribut. Manch anderem lassen solche Bilder die Haare zu Berge stehen…

…ich finde es minder schlimm. Es ist einfach unglaublich befriedigend, wenn man beim therapeutischen schrauben anfallende Probleme mit relativ einfachen Mitteln in Eigenleistung wieder selber zum fahren bekommt.

Da ich kein Profi bin, weise ich ausdrücklich darauf hin, dass auf der Webseite gezeigte Tätigkeiten und Berichte keinerlei Recht auf Richtigkeit oder Vollständigkeit erheben,

und das gezeigte im Zweifel keinesfalls zur Nachahmung empfohlen sei!

