Videoton. How to fix an old LADA radio.

Das Radio im 2101 ein VIDEOTON RD 3602 – eine Mischung aus Mittelwelle, Langwelle und etwas Verzweiflung.

Die Optik des Geräts ist recht gefällig, die Funktion leider so überhaupt nicht mehr.

Zeit, das abzustellen.

In Zeiten vor „DIN“ oder gar „Doppel DIN“ Einbauschächten fanden Radios in unseren Autos Platz die der Bezeichnung „Radio“ im wahrsten Sinne gerecht wurden, mehr aber auch nicht. Das Gerät welches in meinem Wagen Platz fand war ein Gerät welches Mittel- und Langwelle empfangen konnte.

Mein vorhandenes Gerät machte keinen Muks mehr, hatte also jeglicher parteilichkeit für immer abgeschworen und war nur ein Blender vergangener Radiobaukunst um den vorhandenen Radioschacht auszufüllen. Also warum dem Gerät kein neues Leben geben?

Zuerst mal das vorhandene zerlegen. Zugegeben, bis auf „Äußerlichkeiten“ war nichts mehr in Funktion. Was optisch noch gut aussah und der späteren Erscheinung dienlich sein konnte, wurde aufgehoben.

Da ich mit dem traurigen Haufen gerne wieder Radio im Wagen empfangen wollte, bin ich in einer der Buchten für fernöstlicher „Qualitätsware“ über dieses recht interessante Platinenradio gestolpert. Das Gerät kann Frequenzmodulation im regulären Band und noch einige andere Features erstaunlich gut.

Leider lagen die beiden Drehpotis für Lautstärke und Frequenz für meine Anwendung – naja eher ungünstig. Deswegen musste das erstmal etwas verlängert werden.

Das ganze Konstrukt soll über den ehemaligen Frequenzwählschalter (Mittelwelle MW / Langwelle LW) ein- bzw. aus zu schalten sein. Dies realisiere ich über einen Rastschater sowie den originalen Knopf.

Verheiratet in einem kleinem Drehteil sowie etwas Epoxidharz sieht das dann so aus.

Ein Verstärker musste auch noch zum Einsatz kommen. Der Sound den die Radioplatine von sich bringt ist mit ca. 1 Watt Leistung eher nichts.

Den ganzen bisher gesammelten Kram mal in das vorhandene Metallgehäuse des alten VIDEOTON Radios gesteckt. Das sieht nicht so schlecht aus. Die Lautstärke des Verstärkers wird später einmal eingestellt, danach erfolgt die Lautstärkenregelung normal über das Poti des Platinenradios.

Mit 5V Spannung versorgt wird das ganze mit einem separatem Netzteil (der schwarze kleine Klotz auf der linken Seite) Zusätlich wollte ich die alte 12V Glühbirnenbeleuchtung an der Sichtseite erhalten (Versuche mit LED waren wegen der Lichtqualität absolut unbefriedigend) – die Glühbirne wird von außen mit 12V regulär versorgt und über einen vorgeschalteten Widerstand gedimmt. Das leuchtet recht zierlich war original auch so und hat mit dem eigentlichen Radio aber eigentlich garnichts zu tun.

So sieht das schon recht ansprechend aus und funktioniert gut. Ausgänge für zwei Lautsprecher wurden gelegt, was noch fehlt ist die AUX-IN Umschaltung zum Anschluß eines MP3 Players.

Aber auch dies fand letzlich Platz. Die AUX-IN Buchse liegt – kabelbebunden- zukünftig im Handschuhfach, die Umschaltung erfolgt durch eine 3,5mm Klinkenbuchse mit Schaltseite und einem Relais.

Stellt sich nun natürlich die Frage, wie man den Sound standesgemäß „an den Mann“ bringen will. Nach einiger Suche fand ich für etwas Geld eine neue Radio & Lautsprecherkombination original aus der Zeit.

Enthalten in dem Set ist eigentlich alles was das Herz begehrt: Ein Monolautsprecher, ein noch rauschendes VIDEOTON Radio, sowie gedruckte Unterlagen in russischer Sprache zu dem Set.

Den originalen, VTTV HA12/11 Monolautsprecher habe ich gegen einen günstigen „neuzeitlichen“ zweiwege Lautsprecher mit viel besserem Sound getauscht. Ansonsten blieb alles wie gehabt.

Hier die Sichtseite der Lautsprecherblende. Die ganzen Teile des erstandenen Sets wirkten wie noch nie verbaut. Einzig leichter Flugrost auf den Schlitzschrauben konnten das Alter des Sets erahnen lassen.

Die Einbauposition des Lautsprechers ist vorgegeben im Fußraum des Beifahrers. Bereits vorhandene maschinell gefertigte Befestigungslöcher in der Seitenverkleidung erfüllen nun erstmalig nach 50 Jahren ihren Zweck – aber: Besser spät als nie.

Der Einbau des Radios gestaltete sich ansonsten recht übersichtlich.

Bei ausgebauter Tachoeinheit kommt man bestens ins Innere des Armaturenbretts. Vom Fußraum aus kommt man jedoch leider kaum an das Radio.

Final ein Erfolg. Das Radio verrichtet mit einer Blaupunkt Scheibenantenne (versteckt im Handschuhfach sowie verlegt in der Scheibendichtung der Frontscheibe) so einigermaßen seinen Dienst. Viel besser funktioniert jedoch der Einsatz eines MP3 Players an der AUX-IN Buchse, dies ist auch die Hauptverwendung im Betrieb.

Zuerst habe ich das Radio wie original mit einem Lautsprecher betrieben. Das geht schon, ist aber wegen des Fahrgeräusches auf Dauer kein Spaß für die Ohren – insbesondere dann wenn man mit dem Wagen schneller als 70km/h fährt. Deshalb fand ein zweiter Lautsprecher unterhalb der Lenksäule (dort ist perfekt Platz dafür) sein Plätzchen. Der Lautsprecher dort ist nur zu sehen wenn man vom Fußraum aus noch oben schaut, ansonsten ist er unsichtbar.

Alles in allem eine Bastelei die sich über viele Wochen hingezogen hat, stand heute aber mit Musik im Wagen honoriert wird. Wählt man Musiktitel die nicht zu Basslastig sind (z.B. Titel der 70er Jahre) macht das echt Spaß beim fahren.


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