Irgendwas ist seit dem ich zuletzt die beschädigte Kunststoffverkleidung oben auf dem Tank repariert habe passiert.

Im Wagen und Kofferraum riecht es nun manchmal nach Benzin. Die Prüfung der Anschlüsse oben -mittels Nase- brachte keine Ergebnisse. Würde mich auch wundern – ich habe ja nur die auf den Tank aufgesteckte Verkleidung ab- und wieder dran montiert sowie die Schraube der Tankhaltebänder erneuert und dabei den Tank etwas bewegt, mehr auch nicht.
Also was passiert hier?!?
Kurze Zeit später zeigen sich dann Flecken am Boden der Werkstatt sowie…

…Tropfen unten am Fahrzeug. Es ist zwar nicht viel, aber es tropft da ab. So ein Mist – kann doch nicht sein, dass der Tank jetzt undicht ist?
Um zu sehen was da unten am Tank los ist muss er ausgebaut werden, zum Ausbau muss er leer sein… wie gut, dass ich einige Tage vorher nochmal an der Tankstelle war und so etwas über halb voll getankt habe.

Mehr Tankinhalt hätte es wirklich nicht sein dürfen. Der Inhalt verteilten auf alle verfügbaren benzinfesten Behälter die ich auf die Schnelle in der Werkstatt auftreiben konnte.
Nach alter Manier mit einem Saugschlauch und etwas Schwerkraft entleert konnte der Tank nun aus dem Kofferraum ausgebaut werden – wobei die Ausbauzeit nach lösen des Tankbandes fast kürzer war wie das entleeren vorher mit dem Schlauch.

Die Tankmulde im Fahrzeug stand voll mit Benzin, welches dann durch die mit dem Lagergummi verdeckte Ablaufbohrung sachte abtropfte. Dadurch dass ich auch den Bereich mal reichhaltig mit FluidFilm konserviert hatte, war die Sauerei die sich dort gebildet hat nicht zu unterschätzen.

An der Unterseite des Tanks großflächig eine feuchte Stelle. Schabt man etwas…

…ist man auch schon durch. Da hier schon viel mehr Materialstärke als nur Grundierung und Farbe vorhanden ist, gehe ich davon aus dass die Stelle schon mal irgendwann äußerlich abgedichtet wurde. Da der Boden im Inneren des Tanks ebenfalls nicht unwesentlich Rostansatz hat, will ich den Tank nicht erneut reparieren, zu groß ist mir die Gefahr das die Reparatur dann nicht von Dauer wäre. Es muss also ein neuer Benzintank her.
Zum Glück lässt sich ein Neuteil relativ leicht beschaffen. In der Zeit bis der neue Tank da ist, kümmere ich mich um die angegriffene Lackierung in der Tankmulde.

Nach gründlicher Reinigung und entfernen der bereits durch das Benzin gelösten Wagenfarbe…

…habe ich die Tankmulde mit Sprühlack aus der Dose in einigen Schichten wieder nachlackiert. Das kann jetzt die kommenden Tage erstmal gut trocknen bis der neue Tank kommt. Der braune Rand den man im Bild an der Stoßstelle zwischen Kotflügel und Tankmulde sieht ist kein Rost sondern Nahtkonservierung.
Ebenfalls gleich getauscht habe ich den Gummi welcher den Kofferraum zum Tankstutzen abdichtet.

Es wäre mühsam den neuen Tank nochmal ausbauen zu müssen, nur weil ich zum Schluss feststelle dass das alte Gummiteil durchs aus- und einfädeln des Tankstutzens dann doch eine Beschädigung abbekommen hat.
Nachdem der neue Tank inkl. Tankheber Tankdeckel angekommen ist ein kurzer Vergleich:

Die beiden Tanks (links der Neue) wirken absolut baugleich. Selbst die eingeprägten Sicken sind absolut identisch zum alten Tank. Einzige Unterschiede sind die nicht vorhandene Ablassschraube sowie ein neuzeitliches Grobgewinde zum aufschrauben des Tankdeckels am neuen Tank
Ich habe mich schon mehrmals gewundert warum die Reservelampe in der Tachoeinheit nicht leuchtet obwohl der Tank schon bedrohlich leer gefahren war. Nach Ausbau des alten Tankhebers…

…zeigt sich der Grund dafür.

Der angenietete Messingbandkontakt welcher von oben nach unten zur Gebereinheit verläuft ist abgebrochen. Anhand der Reste von Zinnlot wurde der Kontakt wohl auch schon mal irgendwann repariert, was dann aber doch nicht dauerhaft gehalten hat.

Mit dem neuem Tank kam zum Glück auch gleich ein neuer Tankheber mit, und nun leuchtet auch die Reserveleuchte bei tiefem Benzinstand wieder.
Nach Einbau des neuen Tanks und Anschluss der Schläuche…

…habe ich dann dem blauen Entlüftungsschlauch noch einmal umgeschlagen. Das hat sich in bewährt und bewirkt, dass an der Stelle kondensierende Benzindämpfe wieder in den Tank zurücklaufen und sich fast nichts weiter unten im Schlauch unnötig ansammeln.

Eingebaut in den Wagen passt der neue Tank absolut perfekt. Der Tank – obwohl nicht original AutoWas überzeugt mich absolut. Der Kaufpreis von unter 200Eur treibt einen zudem nicht in den Ruin.
Update vom 13.09.2025: Der Tankdeckel macht erhebliche Probleme…
In Vorfreude auf eine kleine Tour bei bestem Wetter stand die erste Vollbetankung des Wagens an – der erste Weg führt also an die Tankstelle meines Vertrauens. Beim zuschrauben des neuen Tankdeckels dann fühlte sich das alles sehr weich an… das ist… kein gutes Zeichen!
Mein Gefühl sagt mir, das der Deckel beschädigt ist – wie stark? Keine Ahnung. Der nächste Weg geht also sofort wieder nach Hause. Es wird vor Ort nicht weiter am Tankdeckel herum hantiert, den wenn ich den Deckel an der Tankstelle komplett zerstöre wird das Problem noch viel größer.
Zuhause angekommen sah der neue (zum Glück noch dicht aufgeschraubte) Tankdeckel nach dem Abbau dann so aus:

Der Teil welcher in den Stutzen geschraubt wird und oben die Dichtung trägt hat sich in Teilen aufgelöst. Ich war froh, die Reste aus dem Tankstutzen heraus bekommen zu haben ohne das Teile davon im Tank verschwinden…

…der Kunststoff lässt sich zerbröseln wie eine Tafel Schokolade. Das Teil kam vom Hersteller „dkarta“ und trägt die Teilenummer 1711795133 mit der Referenz auf das Originalteil mit der Nummer 2110-1103010 passend für Lada Samara.
Diesen Hersteller kann ich also nicht empfehlen!
Gut, das der vorbereitete Lada-Fahrer stets Ersatzteile sammelt und bei Bedarf zur Hand hat.

Als Ersatz diente in dem Fall ein Tankdeckel der Fa. HELLA. Genauer der HELLA PT27 mit der Nummer 8XY006481-001. Die Gewindeausformung ist zwar minimal anders, der Durchmesser passt jedoch perfekt, womit der Deckel auch perfekt fest wird und sehr gut abdichtet.
Update vom 19.09.2025: Der HELLA PT27 Tankdeckel ist käuflich nicht mehr zu bekommen!
Beim Versuch meinen Ersatzteilbestand an Tankdeckeln wieder aufzufüllen leider die Gewissheit: Offenbar wird der Tankdeckel von HELLA nicht mehr produziert.
Um Euch die Arbeit die ich damit hatte zu ersparen, hier einfach eine passende Alternative:

Links der HELLA Deckel, rechts der Deckel von FEBI-Bilstein mit der Nummer 02211 (Kosten: Um die 19Eur). Der Kragen am Febi Deckel ist etwas höher, das stört beim Shiguli jedoch nicht. Die Gewindeausformung und Einschraublänge ist identisch.

