Irgendwo aus der Vorderachse kommen mal wieder unschöne Geräusche – genauer gesagt zwei Geräusche unterschiedlicher Art. Zum einen ist das ein leichtes Klappern das -natürlich- nicht immer sondern nur sporadisch auftritt, zum andern ein relativ hartes metallisch klingendes „anschlagen“
Das leichte Klappern verorte ich entweder am Stabilisator oder den Anschraubpunkten der Stoßdämpfer. An beidem hatte ich seit ich den Shiguli besitze noch nie selber Hand angelegt, die Fahrwerksbuchsen zusammen mit den unteren Lenkern der Aufhängung und Traggelenke habe ich jedoch schon einmal getauscht.

Zu dem harten metallischen „anschlagen“ habe bisher noch keine Idee, also fange ich klein an.
Da der geneigte Lada-Fahrer immer Teile im Lager hat, hatte ich mal einen solchen Satz Stabilager mit Gummis besorgt.

Da ist alles enthalten was man benötigt um den Stabilisator neu zu lagern.

Nach meiner Erfahrung sind meist die äußeren Gummis welche am unteren Lenker der Aufhängung sitzen schlecht. Wobei „schlecht“ nicht unbedingt bedeutet das die Teile da „in Einzelteilen“ herausfallen, sondern….

….schlecht kann auch schon bedeuten das die Gummis nicht mehr wirklich fest auf dem Stabi sitzen, sich also z.B. mit zwei Fingern herunterschieben lassen – Im Zweifel mach ich das dann lieber neu. Im Bild oben sieht man das der Gummi zwar schon recht gut „verdrängt“ wurde. Als „schlecht“ würde ich das jedoch noch nicht bezeichnen.

Aber egal. Da ich jetzt eh schon mal dran bin, kann man das auch mal zerlegen.
Nachdem dann beide Gummis abgebaut waren (man konnte sie sehr leicht vom Stabi schieben), ist mir dann ein unschönes Detail aufgefallen:

Der Lagerbock welcher am Fahrzeugrahmen angeschraubt ist, war nur mit einer der beiden Haltemuttern annähernd festgeschraubt. Am hinteren Anschraubpunkt sieht man nun einen kleinen Spalt nachdem der Stabi an beiden Radaufhängungen gelöst ist und durch sein Eigengewicht nach unten zieht.
Im Prinzip wird der Stabilisator im Betrieb befestigt an der Aufhängung immer nach oben in Richtung Fahrzeug gedrückt, ich behaupte aber mal dass es zu Klappergeräuschen kommt wenn der Stabi sich im Betrieb auf unebener Straße verwindet.

An den Auflageflächen lässt sich erkennen, das der Stabi rechts wohl nicht wirklich fest war:


Ich hatte zuerst Sorge, dass einer oder beide Schraubbolzen sich gelöst hatten / abgerissen sind, aber außer etwas Rostansatz war nichts „seltsames“ zu erkennen.


Die andere Seite sah etwas besser aus.
Da man den Bereich nur schwer so sauber bekommt um dort eine Lackierung machen zu können die diese Bezeichnung verdienen würde, wird vor der Montage der Bereich großzügig mit Fluid Film behandelt – damit sind die Stellen dann erstmal wieder geschützt.

Der Stabilisator gereinigt und bereit zum Einbau. Die inneren Lager habe nicht getauscht – das sitzt alles noch richtig fest.
Die Montage der neuen Schellen zusammen mit den neuen Gummis erfordert Kraft und Geschick….

….zum einen sträuben sich die neuen festen Gummis beharrlich ihren Platz einzunehmen, zum anderen passen (in meinem Fall) die neuen Schellen nicht 100% gut.

Passt man nicht auf, ist so ein Gewinde an einem der Stehbolzen dann beim Versuch die Mutter aufzuschrauben schnell ruiniert – hier geht erstmal keine Mutter mehr drauf….

Jetzt ist Nacharbeit angesagt – in meinem Fall Gewinde nachschneiden.

Ich hab das Gewinde wieder so gut hinbekommen dass sich die Mutter gut aufschrauben lässt. Es ist jedoch nun an den ersten 2-3 Gewindegängen geschwächt. Im Betrieb zwar völlig egal, bei der Montage jedoch nicht. Ich habe dann die Mutter gut bis zur Hälfte angezogen und…

…und die Schellen oben mit einer großen Wasserpumpenzange in Position gezogen.
Nachdem alle Verschraubungen final festgezogen waren war die anschließende kurzen Probefahrt etwas ruhiger. Das leichte Klappern war weg. Waren also entweder die etwas ausgeleierten Gummis oder die nicht ganz feste Verschraubung des Stabi zum Fahrzeugrahmen. Das starke metallische Geräusch ist jedoch noch immer da.
