Schnell-Entroster!

Ich hatte letztens an meinem Niva die Schellen samt Gummis vom Stabilisator an der Vorderachse erneuert. Die Gummis waren brüchig und konnten weg, die beiden Schellen waren etwas rostig aber eigentlich noch OK.

Da ich eine Möglichkeit habe Teile zu Sandstrahlen, habe ich die beiden angerosteten Teile kurzerhand schön blank gemacht. Mit dem festem Vorsatz dass ich die beiden Schellen danach umgehend frisch lackiere (andernfalls käme binnen Stunden wieder Flugrost) habe ich die metallisch blank gestrahlten Schellen erstmal etwa eine Woche auf der Werkbank vergessen… Toll.

Ich hätte nun nochmal Sandstrahlen können oder schleifen oder bürsten… oder ich nehme etwas Phosphorsäure:

Phosphorsäure löst den Rost nicht auf, sondern wandelt ihn zu Eisenphosphat um – diese Verbindung ist im Gegensatz zu Rost (Eisenoxid) stabil. Deswegen bestehen käuflicher Rostumwandler neben anderen Stoffen zum großen Teil aus Phosphorsäure.

Mit der Phosphorsäure werden die (wieder) rostigen Schellen nun in einer geeigneten Schale komplett bestrichen.

Es gibt im Internet Anleitungen wie man beheizte Bäder mit verdünnter Phosphorsäure baut um einen guten Aufbau einer vor Rost schützenden Phosphatschicht zu erreichen. Mir genügt es wenn vorhandener Rost ohne weitere mechanische Einwirkung wieder verschwindet. Kleine Teile brüniere ich eigentlich lieber im Ölbad, größere Teile werden lackiert.

Die nicht weiter verdünnte Phosphorsäure zeigt binnen 5min Einwirkzeit schon sehr gute Ergebnisse. Der Flugrost der sich in der einen Woche Liegezeit durch die Luftfeuchtigkeit gerade in den entstandenen Poren des abgestrahlten Altrost erneut gebildet hatte ist wieder komplett verschwunden.


Ich hätte gerne ein Bild der Teile „davor“ gezeigt, leider ist mir das Bild beim verarbeiten bis hierher irgendwie verloren gegangen 🙁

Als Beispiel ein Bild zweier Fahrwerksmuttern mit Feingewinde:

Die Mutter links wurde mit Phosphorsäure behandelt, die Mutter rechts ist der ungereinigte Urzustand.


Nachdem der Flugrost an den beiden Schellen in Gänze weg war, erfolgt das abwaschen der Teile unter fließendem warmen Wasser und …

…nun zeigt sich das Ergebnis. Die Teile sind nun wieder schön blank. Die leichte rötlich-/schwarzen Färbung ist der beginnende Aufbau der Phosphatschicht. Eine geschlossene Phosphatschicht würde die Teile dunkel bis schwarz färben.

Warum nehme ich nicht einfach normalen käuflichen „Rostumwandler“? Könnte man auch, jedoch kostet ein Liter „Phosphorsäure 75%“ derzeit etwas um die 10Eur, ein Liter „Rostumwandler“ kostet je nach Hersteller zwischen 30-50Eur je Liter.

Die käuflichen „Rostumwandler“ funktionieren zwar besser, bei dem enormen Preisunterschied bin ich jedoch gerne bereit zu experimentieren.

Nun werden die Teile endlich lackiert und nicht wieder liegen gelassen:

Nach ausreichender Trockenzeit können die beiden Schellen dann bis zum nächsten Bedarf wieder eingelagert werden.



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