Die Ladawerkstatt braucht einen Zyklonsauger.

Jeder der schon mal etwas intensiver Schmutz, Späne, Staub, etc. bei der Arbeit verursacht hat kennt vielleicht den Nachteil den ein regulärer Schmutzfangsack in einem Werkstattsauger mit sich bringen kann. Ist der Fangsack voll bzw. das Gewebe zugesetzt, kann er an den Nahtstellen undicht werden. Wohin sich dann der Inhalt verteilt kann man sich vorstellen.

Um das zu verhindern sollte der aufgesaugte Schmutz gar nicht erst im Fangsack landen sondern vorher „abgeschieden“ werden. Dafür braucht man dann einen Zyklonabscheider.

Ich habe in der Vergangenheit bisher drei solcher Sauger für Holzarbeiten gebaut. Wobei mein erster Versuch „V1“ so miserabel gelungen war das es davon nicht mal ein Bild gibt…

Die Version 2 „V2“ war da schon exorbitant besser!

Die Basis dafür war ein Einhell Werkstattsauger mit 800W Leistung der „Huckepack“ den Schmutzbehälter nebst Zyklonabscheider trug. Der Abscheidegrad war so gut, das man nur so alle 1,5 – 2 Jahre den Fangsack und Feinfilter tauschen musste. Der Rest landete – selbst wenn die Tischkreissäge mal richtig Späne lieferte zuverlässig im blauen Schmutzbehälter. Mit der Konstruktion war ich gute 12 Jahre sehr zufrieden!

Das Konstrukt hatte nur zwei große Probleme: Zum einen war der „Turm“ aufgrund der Baugröße ähnlich wie andere hoch gebauten Dinge durchaus latent umsturzgefährdet. Zum anderen war der Sauger maximal unkomfortabel an einen anderen Ort zu transportieren wenn dieser nicht auf ebenem glatten Boden zu erreichen war.

Da ich bei Schleifarbeiten an Fahrzeugen in meiner Hobbywerkstatt in Zukunft unbedingt absaugen will, ich dazu den Sauger jedoch immer über mehrere Treppen mitnehmen muss geht das so nicht mehr – es muss also was Neues her.


Also an die Arbeit zur Version 3 „V3“

Auf der Suche nach einem neuen Sauger stellte sich rasch Ernüchterung ein – entweder es gab die üblichen Werkstattsauger wie den den ich schon hatte, oder es gab professionelle – sehr teure- Geräte.

Features die der neue Sauger haben sollte:

  • Fernbedienung zum ein- und ausschalten
  • Filterreinigungssystem
  • Plattform / Montagemöglichkeit für Aufbauten

Eher zufällig bin ich auf die Marke „DEDRA“ gekommen – habe ich bisher noch nie davon gehört. Im Internet findet man bis auf Angebote zu den Saugern eher wenig weitere Informationen oder Erfahrungsberichte zu den Geräten.

Alle meine Wünsche und noch etwas mehr habe ich beim DEDRA DED6609P gefunden. Da der Preis heiß war (Super-Sonderangebot um die 300Eur), und die Ausstattung des angebotenen Gerätes immens ist wollte ich es riskieren und wurde nicht enttäuscht. Die Verarbeitung des Gerätes wirkt absolut solide, der Bezeichnung „Baustaubsauger“ wird er zu 100% gerecht.


Der Sauger verfügt über vier Anschraubpunkte auf der ansonsten flachen Oberseite in die M8 Schrauben eingeschraubt werden können.

Ideal um den Träger für ein Systainersystem darauf zu montieren oder wie für mein Bedürfnis…

…einen Rahmen aus 20x20mm Alubauprofilen.

Der Rahmen bildet die Basis für den 20l Schmutzfangbehälter aus Stahlblech welcher später mit Schnellverschlüssen darauf gehalten werden soll.

Wer nach „Hobbock“ bzw. „Hobbockbehälter“ sucht findet schnell sehr stabile, unterdruckfeste Behälter aus Metall mit dichten Deckeln. Als Zyklonaufsatz habe ich mich diesmal für eine liegende Version entschieden. Der Abscheidegrad soll zwar geringer als bei den stehenden Zyklonen sein, aber das stört mich wegen dem Basisgerät diesmal nicht.

Bei der ersten „Stellprobe“ ragt der Behälter kaum über den Griff der sich am Sauger befindet – die Bauhöhe fällt also schon mal angenehm niedrig aus!

Nun montiere ich den Zyklonaufsatz auf dem Blechdeckel des Hobbock.

Der Ausschnitt geht am besten mit einem Knabber, um auf das finale Maß für den Ausschnitt zu kommen…

…schleife ich die Schnittkante mit einem Rundschleifer fertig.

Bereit zur Montage wird nun der Zyklonaufsatz zusammen mit der Dichtung auf den Deckel geklebt und verschraubt.

Bis das Silikon abgebunden hat kommt der Deckel vorsichtshalber mit dem Schnellverschluss auf den Behälter.

Sollte sich der Deckel so in eine Richtung verformen, wäre das in der Verklebung abgefangen.

Als nächstes kommen die Schnellverschlüsse welche den Behälter auf den Rahmen halten sollen an den Behälter.

Ein Verschluss vorne sowie hinten halten den Behälter absolut sicher und fest.

Eine gute Erdung des Behälters ist ein sehr wichtiger Punkt bei dem Konstrukt, da die einströmende und im Behälter kräftig wirbelnde Luft eine erhebliche statische Aufladung verursachen kann.

Nicht, oder schlecht abgeführt kann die Aufladung zu wirklich(!) schmerzhaften Überschlägen führen sobald man etwas berührt (eigene Erfahrung). Da ich keine wirkliche „Erdung“ an dem aus Kunststoff bestehenden Gerät gefunden habe, habe ich kurzerhand den PE-Leiter der eingebauten Gerätesteckdose um ein zusätzliches Kabel erweitert welches mit dem Alurahmen verschraubt wird.

Da der Deckel über eine isolierende Dichtung verfügt, wird dieser zusätzlich mit einem Masseband (lösbar mit Flügelmutter) mit dem Behälter verbunden.

Final ist alles gut geerdet. Statische Aufladungen beim saugen sollten nun nicht mehr vorkommen.

Zum Schluss adaptiere ich noch die Schläuche an den Sauger bzw. Abscheider.

Der Sauger lässt sich nun mit Zyklonascheider betreiben. Der Sauger ist recht kompakt was den Umgang sehr angenehm gestaltet. Im Betrieb mit Sägespänen ist die Abscheideleistung überzeugend. Die Materialkosten für Behälter, Zyklonaufsatz und Kleinmaterial betrugen ca. 50Eur.

Falls der Abscheider runter soll, ist dies in etwa einer Minute erledigt. Der Umbau des Saugers für Betrieb ohne Abscheider dauert ca. 2min

Wer keine Lust auf basteln hat und eine „Plug and Play“ Lösung sucht sollte mal nach „Starmix Dustfixx“ suchen.



Beitrag veröffentlicht

in

von